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Artikel von Johannes Hart und das Initiatoren-Team von „Deutschland betet zusammen”, 9 April 2020.


„Deutschland betet gemeinsam“ ist ein überwältigender Erfolg. Das breite ökumenische Netzwerk hat über eine halbe Million Beter in ganz Deutschland mobilisiert – quer durch alle Denominationen. Viele Politiker und Prominente waren mit dabei, als Schirmherr allen voran Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder.

Weit über 500.000 Menschen waren bei Deutschlands größter Gebetsaktion mit dabei, 250.000 per Livestream auf Youtube und Focus Online und mindestens weitere 250.000 über die beteiligten Fernsehsender Bibel TV, EWTN TV und ERF. „Ich staune und bin extrem dankbar“, so der katholische Theologe Dr. Johannes Hartl, der das ökumenische Gebet, zu dem führende Köpfe verschiedenster Konfessionen zugeschaltet wurden, vom Gebetshaus Augsburg aus leitete. Der Tenor aller Gebete war, Licht ins Dunkel zu bringen, Verbundenheit statt Isolation, Hoffnung statt Angst. Auch die Einheit der Christen, die aus unterschiedlichsten Konfessionen zusammenkamen, wurde immer wieder betont.
Der Schirmherr der Aktion, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, fand in seiner Video-Grußbotschaft klare Worte: „Der Glaube gibt Kraft. Der Glaube hält zusammen. Der Glaube erfüllt das Herz mit Optimismus und zeigt, dass es mehr gibt als die jetzige Situation. Ich bete jeden Tag. Ich bete eigentlich immer. Normalerweise auch. Aber in diesem bete ich besonders für die Menschen, die von Corona betroffen sind, für die Angehörigen und für alle diejenigen, die gerade im Moment darum ringen, wieder gesund zu werden. Lassen Sie uns gemeinsam beten und Dankeschön sagen all denjenigen, die in gefährlicher Zeit eine schwierige Aufgabe als Pfleger, als Krankenschwester oder als Ärzte übernehmen.“
„Deutschland betet gemeinsam“ war ein technisch höchst innovatives TV-Live-Experiment. Aufgrund der Beschränkungen durch Corona wurden die Mitbeter live über Zoom zugeschaltet. Umso dankbarer sind die Veranstalter, dass der Youtube-Livestream technisch zu jeder Zeit stabil war. Aufgrund der extrem hohen Beteiligung der Zuschauer musste allein die eingebaute interaktive Umfrage-Plattform Slido zwischenzeitlich in die Knie gehen: Zehntausende waren gleichzeitig Hartls Aufruf gefolgt, dort in wenigen Zeilen ihre Dankgebete trotz der Corona-Krise einzubringen. „Wegen Dankbarkeit ist ein Online-Dienst zusammengebrochen. Was für eine Schlagzeile!“, witzelte der promovierte Theologe dann auch gleich.
Das Ziel von „Deutschland betet gemeinsam“ war, dass Hunderttausende gemeinsam beten und so in ihren Herzen in Zeiten der Krise und des „Social Distancing“ zusammenkommen – egal was sie glauben oder nicht glauben. Gebet ist dabei ein Ausdruck des Menschen, der spürt, nicht alles unter Kontrolle zu haben. Innerhalb kürzester Zeit war der Kreis der Initiatoren und Mitgestalter auf ein breites ökumenisches Netzwerk von katholischen, evangelischen, orthodoxen und freikirchlichen Christen herangewachsen.
Ob es eine weitere Aktion von „Deutschland betet gemeinsam“ geben wird, sei noch offen, aber denkbar.
Johannes Hartl: „Beten ist eine der natürlichsten Sachen der Welt. Gebet ist nicht alles, aber ohne Gebet ist alles nichts.“ Die Aufzeichnung des Livestreams ist unter www.deutschlandbetetgemeinsam.de zu sehen.
Zitate ausgewählter Gebete und Statements:
Peter Maffay (Musiker): „Dies ist eine Zeit voller Belastungen, die wir noch nie in dieser Heftigkeit erlebt haben. Jeden Tag setzen sich Verkäufer den Gefahren aus, um der Gesellschaft zu dienen. Das sind die wahren Helden dieser Zeit, um nur ein Beispiel zu nennen. Wir werden viel Kraft und Zuversicht brauchen, beides können wir schöpfen aus dem Gebet.“
Bischof Stefan Oster (Passau): „Ich bete zum Herrn, dass diese Zeit, in der wir voneinander physisch getrennt sind, dazu führen möge, dass wir tiefer werden, vom Heiligen Geist berührt werden und dann neu in Gemeinschaft unseren Glauben feiern und Zeugnis von Jesus geben können.“
Friedegard Warkentin (Eser 21, Augsburg): „Das, was uns Halt gab, ist plötzlich zerbrechlich. Gott klopft bei uns an und bittet um Einlass. Er sucht uns. Er kennt uns. Jeden Einzelnen. Er will nicht nur unser Gott, sondern auch unser Vater sein. Gott will uns retten, wenn wir ihm den Platz wiedergeben, den er wirklich verdient.“
Frauke und Tobias Teichen (Leitende Pastoren ICF International Christian Fellowship München): „Heute beginnt das jüdische Pessachfest. Wir wollen dadurch ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Bei Pessach denken die Juden an den Auszug aus Ägypten und an einen Gott, der der Erretter seines Volkes ist, Gebete erhört und die Möglichkeit hat, in Krisensituationen Bewahrung zu schenken. Wir als Christen glauben an Jesus Christus, der am Kreuz stellvertretend gestorben ist, damit wir Vergebung und Heilung erleben können.“
Reinhard Schink (Generalsekretär der Evangelischen Allianz Deutschland): „Es geht uns nicht ums Rechthaben. Sondern wir suchen dich und wünschen uns, dass dein Name wieder einen guten Klang in unserer Gesellschaft bekommt.“
Gerhard Proß (Miteinander für Europa): „Wir danken Gott für umsichtiges und mutiges Handeln unserer Politiker. Wir beten, dass sie zusammenstehen, nicht ihre eigene Profilierung suchen und in Verantwortung vor Gott regieren.“
Jana Highholder (Social-Media-Beauftragte der EKD): „Gott, du bist nicht überfordert. Du bist nicht überfragt. Du bist nicht Mensch. Du bist Gott, hast die Kontrolle. Still die Stürme in unserem Herzen. Wir können der Segen sein, den wir bei dir für andere erbitten.
Bischöfin Dr. Dorothea Greiner (Bayreuth): „Dein Himmel steht offen über uns und wird weiter offen über uns stehen. Jesus Christus, du bist am Kreuz für uns gestorben, hast uns erlöst und wirst uns erlösen in unserer Situation. Erfülle uns, tröste uns, weite uns. Alleiniger Gott, du allein bist unsere Hoffnung.“
Prinz Philip Kiril von Preussen (Pfarrer in der EKD): „Bei all dem Notvollen, was wir im Moment erleben, sehe ich doch auch etwas Gutes. Gott gibt uns jetzt eine Zeit des Innehaltens. Er gibt uns die Chance, über grundlegende Fragen unseres Lebens nachzudenken. Lebe ich mein Leben nach den richtigen Maßstäben? Hat Gott da einen Platz? Ich stelle mir vor, dass Gott es besonders schmerzt, dass wir die Ehrfurcht vor der Würde des Lebens an sich oftmals abgelegt haben. In Jesus ruft er uns dennoch zu: Kommt her, alle, die ihr mühselig und beladen seid.
Fadi Krikor (Christlicher Convent Deutschland CCD, Father’s House for all Nations): „Wir danken dir, Jesus, dass wir in diesen Tagen deinem Tod gedenken dürfen und der Kraft deiner Auferstehung, die gestern, heute und in Ewigkeit wirksam ist. Wir sprechen diese Kraft in unser Land hinein, dass Segensströme in das Land und ausunserem Land heraus fließen.“
Landesbischof Dr. Frank Otfried July (Evangelische Landeskirche in Württemberg): „Wir haben verschiedene theologische Überzeugungen, verschiedene Formen des Betens. Aber eines eint uns: Das Gebet. Für Europa, dass es zu Zusammenhalt und gegenseitiger Hilfe findet. Aber auch für Offenheit für andere, die an den Grenzen stehen. Für eine Erneuerung unseres Denkens und Glaubens. Für eine versöhnte Verschiedenheit, um Christus gemeinsam zu erkennen. Für ein starkes Auftreten gegen jede Form des Antisemitismus und des Rassismus, des Nationalismus, der Ausgrenzung und des Hasses. Für große Dankbarkeit den Menschen gegenüber in Krankenhäusern und Pflegeheimen, in Politik und Verwaltung.
Metropolit Serafim Joantă (Rumänisch-Orthodoxer Erzbischof in Deutschland): „Diese Pandemie ist keine Strafe Gottes. Denn Gott straft nie. Er ist die Liebe. Diese Pandemie ist eine Folge unserer Sünde. Gott ruft uns zur Umkehr, zur Buße. Zu beten ist das Wichtigste in unserem Leben. Das Gebet erneuert in uns immer wieder das Leben. Es schenkt uns Hoffnung und Geduld, um alles zu bewältigen.“ (der Text, integral, hier)

 

Statement von Metropolit Serafim, ab min 06:15