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100 Jahre Rumänien: Von der Verwirklichung der Nationalbestrebung zur Europäischen Union

Vortrag gehalten bei Prof. Dr. George Enache in den rumänischen orthodoxen Kirchengemeinden Leipzig, Hannover, Nürnberg und Chemnitz am 1. Dezember 2018, zum Feier des Jahrhundertsjubiläum der Vereinigung Rumäniens in 1918.

Bei der Gelegenheit der wichtigen Ereignisse im Leben unserer Familien (Kindertaufe, Heirat oder Begleitung auf dem letzten Weg) pflegen wir den Priester zu suchen, der Trost und Gottessegen auf uns mitbringt. Ebenso war der Priester immer dabei als das Volk in Gefahr war, aber auch wenn es triumphierte. Seit über 200 Jahren, in bestimmten Zeiten, hat der Historiker etwas von den Aufgaben des Priesters übernommen, um vor dem eigenen Volk sprechen zu können. Beim Feiern der wichtigen Ereignisse in unserer Geschichte erinnerte er seine Landsleute daran wer sie waren, wer sie sind und auf welchem Weg sollten sie weiter gehen.

Diese Rolle des Historikers beim öffentlichen Auftreten hat sich in einem Europa festgesetzt, das sich auf der Suche nach der Sozialgerechtigkeit befand. Seit dem XVII. Jahrhundert ständig gab es in Europa Revolutionen, wodurch man nach der Erfüllung der Prosperität und Gerechtigkeit strebte.  Und das nicht in der Ewigkeit, sondern in der Geschichte, hier und jetzt. Das demokratische und wohlhabende Europa von heute ist das Ergebnis der damaligen Unruhen und Suchen. Einen der wichtigen Zeitpunkte in der Geschichte Europas stellten die Revolutionen dar, die den ganzen Kontinent im Jahr 1848 erschüttert haben. Zu der Zeit lief der Kampf für die soziale Gerechtigkeit im Namen Jesus Christus ab. Man nahm Ihn als „ersten Revolutionär“ wahr. Er war derjenige, der durch sein Evangelium der ganzen Welt „Gerechtigkeit und Bruderschaft“ versprochen hatte. Aber in bestimmten Teilen Europas kombinierte sich der Sozialkampf mit der Nationalkampf. Zu der Zeit gab es auf dem Kontinent zahlreiche unterdrückte Völker, deren Identität unter permanenter Drohung stand.

Der Fall des rumänischen Volkes ist beispielgebend. Anfang des XIX. Jahrhunderts waren die Rumänen in zwei kleinen Fürstentümern unter ottomanischer Oberhoheit aufgeteilt: Moldau und Walachei. Die beiden waren zum Konfrontationsplatz zwischen dem todkranken ottomanischen Reich, der Habsburgermonarchie und dem russischen Reich geworden. Die Fürstentümer waren ständig von ihrem Reichtum entwendet, ständig von Fremden besetzt, sowohl von verschieden Armeen, als auch vom Hunger und Epidemien verwüstet. Die Zeugenaussagen aus der Zeit sind niederschmetternd. Die Menschen flüchteten in alle Richtungen, um einem Leben voller Quälerei entfliehen zu können. Andere rumänische Gebiete befanden sich unter direkter Besatzung der anderen zwei Reiche. Die persönliche Sicherheit sah besser aus, aber auf diesen Gebieten, wo die Rumänen die Mehrheit der Bevölkerung waren, waren sie massiv diskriminiert. In Bessarabien, besetzt im Jahr 1812 vom russischen Reich, löste man mit fremden Elementen eine massenhafte Kolonisationspolitik aus. Das Ziel war die ethnische Struktur des Gebietes zu verändern. Dazu hat man die russische Sprache in Schulen und Administration aufgedrängt, mittlerweile war der Gebrauch der rumänischen Sprache bekämpft. Rumänisch war die Sprache der ungebildeten Menschen geworden, Sprache der analphabetischen Bauer. Es galt als Schande Rumänisch im kultivierten Milieu zu sprechen.

In Transsylvanien verwandelte eine lange und komplizierte historische Evolution das rumänische Volk zu einem unterworfenen, leibeigenen Bauervolk, das gar keine politischen Rechte hatte. Es war nur ein Volk, das man auf dem Gebiet nur akzeptierte, ohne irgendwelche politische Beteiligung an der Staatspolitik. Die Besatzung der rumänischen Region von der Habsburgermonarchie hatte den langen und mühsamen Weg der eigenen Identität der Rumänen gebahnt, damit sie die gleichen Rechte wie alle anderen Völker des Reiches bekommen. Zuerst verlangte man, dass sich die orthodoxen Rumänen an die römische Kirche anschließen, infolgedessen sollten die angeschlossenen rumänischen Religionsführer einige politische Rechte bekommen. Diese Anführer, unter denen der Bischof Inochentie Micu der wichtigste war, haben verstanden, dass sie von den bekommenen Rechten profitieren sollten, um die jungen Leute für ein gutes Studium nach Westen zu schicken. Die letzten haben die bekannte Scoala Ardeleana (Siebenbürger Schule) gegründet. Sie haben schnell bewiesen, dass zwischen den Flüssen Theiß und Nister das gleiche Volk lebt, das die gleiche Sprache spricht – Rumänisch. Die Siebebenbürger Schule (Scoala Ardeleana) hat auf die lateinische Herkunft der Rumänen bestanden, dass wir Nachfolger der Römer sind, damit die Rumänen, aufgrund ihres Sozialstatus, sich gleich zu anderen Völkern fühlen. Darüber hatten uns auch die Geschichtsschreiber des XVII. Jahrhunderts aus Moldau und Walachei informiert, deren Texte eher für eine enge Elite geschrieben waren. In Transsylvanien war diese Idee in einem Volkslied zu finden: „Wenn dein Vater Schäfer war, dann war dein Großvater der römische Kaiser Trajan“, welches das ganze Volk sang.

 Nach und nach spricht man nicht nur über das rumänische Volk, sondern auch über die rumänische Nation, d.h. es ging nicht nur um eine bewusste Sprachgemeinschaft eines Volkes, sondern um viel mehr: Eine Nation, die ein gemeinsames Schicksal haben will, was auch immer bedeutet, sie setzt sich wirtschaftlich und sozial-politisch als solche durch. Die Reformen des Kaisers Josef II, die er nach dem Aufstand von Horea implementiert hat, die wichtigen Sozialveränderungen im Jahr 1848 in Transsylvanien hatten eine besondere Bedeutung. Eine hervorragende Rolle spielte dabei der Metropolit Andrei Saguna, der die rumänisch-orthodoxe Hierarchie für die transsilvanischen Rumänen wiederhergestellt hatte. Die Orthodoxen wollten keinen Anschluss an die römische Kirche. Seit dem Zeitpunkt waren die zwei Kirchen, orthodox und griechisch-katholisch, die zwei Motoren der nationalen Verstärkung der Rumänen in Transsylvanien.

Schritt für Schritt veränderte sich die Situation auch in Moldau und Walachei. Da entstand eine Elite, ausgebildet im Westen Europas, vor allem in Frankreich und im deutschsprachigen Raum, die die schwierige Lage der zwei Fürstentümer wandeln wollte. Der Kampf hatte ein doppeltes Ziel: Das nationale - um die Befreiung von der fremden Vorherrschaft, aber auch ein soziales Ziel - um die Reformierung der zurückgebliebenen Gesellschaft, wo Armut und Unrecht herrschten. Diese Vertreter der Elite gingen überall in Europa hin, wo es Personen gab, die bereit waren ihnen zuzuhören, als Vertreter eines kleinen Volkes, fast unbekannt, das oft nicht als Teil Europas angesehen war, sondern als Teil des Orients. Wir sollen sehr viel über die Bemühungen dieser Kämpfer von damals schreiben, wie sie überall in Europa hingegangen waren. Im Westen wollten sie den Intellektuellen und Politikern erzählen, dass es im Osten Europas ein Volk gab, Nachfolger der Römer, welches verlangt in die zivilisierte Welt aufgenommen zu werden. Dieses Volk suchte die Gleichberechtigung, Respekt, genauso wie alle anderen europäischen Nationen.

Die Revolution in 1848 steht für die Reifezeit der rumänischen Nation. In allen rumänischen Regionen hatten wir eine Elite, die bewusst ihrer Aufgabe war, die gemeinsam handelte und vom ganzen Volk unterstützt war. Es war der Augenblick des Aufwachens aus einer langen Lethargie. Es war kein Zufall, dass Andrei Muresanu in dieser Zeit das Gedicht „Un rasunet“/“Ein Nachhall“ schrieb, das heute die Hymne Rumäniens ist. Das Gedicht war vor allem durch die ersten zwei Zeilen bekannt: „Wach auf, Rumäne!“/“Desteapta-te, Romane!“. Mit diesem Gedicht teilte uns Muresanu die gleiche Botschaft mit, wie die von Alecu Russo in „Cantarea  Romaniei“/“Rumäniens Gesang“, wo er auch auf einen Nachhall verwies, auf die Gottes Stimme, die die Völkerfreiheit verkündete, auch für die Rumänen: „Es ist an der Zeit, dass  du aus der Taubheit rauskommst, Nachfolger  der Weltherrscher!... Geist Gottes kommt auf die Erde!“. Genauso war es bei Nicolae Balcescu in „Die Rumänen unter Mihai Voievod der Tapfere“, eine wunderbare Huldigung an den Herrscher, der für das erste Mal die drei rumänischen Provinzen in einem Nationalstaat wiedervereinigt hatte. Nicolae Balcescu erzählte über Gott, Der die Freiheit für alle Völker proklamierte hatte und die Rumänen sollten sich den Platz unter der Sonne finden, genauso wie alle anderen Nationen.

Die erstellten Projekte in der Revolutionszeit erzählen uns über die vaterländische Freiheit und über die soziale Rechte, nach dem Muster der fortgeschrittenen Westländer Europas. Damals genauso wie heute strebte man nach einer Gesellschaft, „genauso wie dort, im Ausland “. Die Feindseligkeit der großen Mächte, genauso wie andere komplizierte Umstände, kristallisierten in der Zeit die Idee der Gründung eines rumänischen Staats, souverän und unabhängig, der die nötigen Reformen einführen soll, damit die Rumänen besser leben können. Dies wurde ganz deutlich von Mihail Kogalniceanu ausgedrückt. Er sagte, die Gründung eines rumänischen Staats sei „der Eckstein eines Gewölbes, ohne ihn würde das ganze nationale Vorhaben zusammenbrechen“.  Anders gesagt, die nationale Bekräftigung und die sozial-wirtschaftliche Entwicklung gingen eng zusammen mit dem Projekt des Entstehens eines Staats, der die Interessen der rumänischen Nation schützt. Diese Idee war in vollkommener Konsonanz mit dem damaligen Zeitgeit.

 Der erste Schritt war die Vereinigung in 1859. Die Zwei Fürstentümer, Moldau und Walachei haben sich in einem Staat unter der Führung vom Landesfürst Alexandru Ioan Cuza vereinigt. Die großen Mächte, die über Europa und der ganzen Welt damals herrschten, haben letztendlich die Vereinigung und die Ausrufung des Staats Rumänien anerkannt. Im Jahr 1866 wurde der Fürst Carol I von Hohenzollern auf den Thron Rumäniens gesetzt. In einem von den großen königlichen und kaiserlichen Dynastien dominierten Europa, die auch verschwägert waren, war es für den jungen Staat wichtig, dass er einen Vertreter dieser großen Familien an der Macht hat. Die Dynastie ist zum Symbol der rumänischen Einheit und zum Garanten des rumänischen Nationalprojekts geworden.

 Im Jahr 1877 kündet Rumänien seine von dem osmanischen Reich Unabhängigkeit an, die durch Kämpfe verankert war und ein Jahr später vom Abkommen in Berlin international anerkannt. Unabhängigkeit bedeutete ein gleichberechtigtes mit allen europäischen Ländern Rumänien zu sein, das nicht mehr als ein unterwürfiges Gebiet behandelt sein konnte. Die neue Realität wurde durch die Ausrufung des Königreichs in 1881 verankert.

Ende des XIX. Jahrhunderts, dachte man, lebte Europa eine wohlwollende Blütezeit durch, sein ununterbrochenes Vorankommen. Aber hinter dieser Zeitperiode, „la belle Epoque“ versteckten sich große Unruhen. Die Erdkugel war zu klein geworden und die Weltmächte kämpften, um sie zu verteilen. Der Nationalismus bekam einen radikalen Nachdruck, die Völker wollten die bestehenden Grenzen revidieren. Die politische Linke radikalisierte sich. Sie kritisierte gleichermaßen den Nationalismus und den Imperialismus und schlug die Vereinigung aller Proletarier und die Vernichtung der „ausbeuterischen Klassen“. Letztendlich explodierte das Pulverfass im Jahr 1914.

 Alle beteiligten Mächte dachten der Krieg wird schnell zu Ende sein. Eigentlich hat er vier Jahre lang gedauert und 17 Millionen Opfer gekostet. Der Krieg hat fast die ganze europäische Zivilisation zerstört, daher wurde er „Der Große Krieg“ genannt, einmalig in den Annalen der Geschichte.

Rumänien hatte mit Deutschland und Österreich-Ungarn (geheim) einen Bündnisvertrag. Der König Carol I. hat den Königsrat zusammengerufen und hat von den Politikern verlangt den Vertrag in Betracht zu ziehen, aber damals waren die Beziehungen zwischen Rumänien und Österreich-Ungarn sehr angespannt. Dies wegen der nationalen Politik, die die Machthaber in Budapest führten. Aus diesem Grund wollten die rumänischen Politiker nicht in den Krieg an der Seite Österreich-Ungarn treten. Bis auf weiteres bevorzugten sie die Neutralität. So war Rumänien die ersten zwei Jahr neutral.

 Der Krieg aber verlangte Millionen Opfer und die beteiligten Mächte brauchten die Unterstützung der Verbündete. Auf der anderen Seite verlangte die Gesellschaft eine dringende Beteiligung Rumäniens, weil es der passende Moment für die Realisierung des Nationalleitbildes war. Und zwar – die Vereinigung aller Rumänen in einem Staat. Schließlich endschied sich Rumänien, sich an die Allianz mit Großbritannien, Frankreich und Russland anzuschließen. Die drei Weltmächte hatten versprochen, im Fall eines Sieges, wird Rumänien die mit rumänischer Bevölkerung Gebiete Österreich-Ungarns bekommen. Eine Minderheit war gegen diese Entscheidung. So war die Begründung, dass sich Rumänien mit dem größten Feind, Russland alliierte, das systematisch eine gut kalkulierte Russifizierung der Rumänen in Bessarabien führte.  

 Der Kriegsanfang Rumäniens war voller Enthusiasmus gegrüßt, aber die mangelhafte Koordination mit den Verbündeten und die großen Organisation- und Ausrüstungsdefizite der Armee führten Rumänien zu einer katastrophalen Niederlage in der Kampagne von 1916. Es gibt zahlreiche Berichte in den Memoiren aus der Zeit über die unverantwortliche Einstellung einiger hochrangigen Personen in Rumänien von damals. Die deutschen, österreich-ungarischen und bulgarischen Armeen besetzten den größten Teil des Landes, einschließlich Bukarest. Der neue König Rumäniens, Ferdinand, zusammen mit der Regierung ziehen sich in Iasi/Iassy zurück, denn Moldau war die einzige unbesetzte Region Rumäniens.

Trotz seiner deutschen Herkunft ist Ferdinand zum rumänischen Volk gestanden und so ist er Ferdinand der Loyale geworden. Zusammen mit der Königin Maria, dem Ministerpräsidenten Ion I. Bratianu und den Hauptkommandanten der Streitmacht ist es dem König in einer Rekordzeit gelungen mit Hilfe von den großen Bündnismächten die rumänische Armee neu zu organisieren, die kurz danach heldenhaft den deutschen Versuchen durchzuhalten, den Rest Rumäniens zu besetzen. Die wiedergeborene rumänische Armee siegt in den großen Schlachten im Sommer 1817: Marasti, Marasesti und Oituz. Aber mittlerweile ist die Revolution der Bolschewiki in Russland ausgebrochen und Lenin hat den Friedensvertrag mit Deutschland unterschrieben. Die russischen Soldaten gingen nach Hause, um im Bürgerkrieg zu kämpfen. Unter diesen Bedingungen sah sich Rumänien gezwungen den Friedensvertrag mit den Zentralmächten zu unterschreiben. Das war ein besonders schwieriger Frieden, den der König Ferdinand nicht ratifizierte. Die Lage war unglaublich kompliziert und trotzdem ein Wunder ist geschehen. Das russische Reich war am Zerfallen und die Rumänen in Bessarabien (die heutige Republik Moldau), die trotz der Politik der Russifizierung, hatten ein besonderes Bewusstsein bewahrt und stimmten am 27. März 1918 die Vereinigung mit dem Vaterland, Rumänien ab.

 Im Osten sah Deutschland siegreich aus, aber auf der Westfront ging der Krieg erbittert weiter. Sein Schicksal wurde von der Intervention der USA entschlossen, die an Seite der Großbritannien und Frankreich kämpften. Der Präsident Woodrow Wilson wollte nicht unbedingt die besonderen Interessen von irgendeiner Weltmacht unterstützen. Stark ausgeprägt von den christlichen Werten machte er sich große Sorgen wegen dem Kriegsdesaster in Europa und in der Welt. Er wünschte sich ganz ehrlich den Frieden, den er mitbrachte um die Gründe der Metzgerei zu unterbrechen. In seinen 14 berühmten Punkten sprach er über einen Frieden ohne Verlierer und Sieger, über eine Welt, die nicht mehr unter Oligarchen geteilt sein sollte. Dabei bestand er darauf, dass der Volkswille respektiert sein sollte. Er schlug ebenso vor die Gründung einer Gesellschaft der Nationen, in der man die Weltprobleme nur diplomatisch lösen sollte.

 Der Selbstbestimmung Prinzip der Völker, klar ausgesagt vom amerikanischen Präsidenten war die Grundvoraussetzung der Pariser Friedensverhandlungen, wo die Nationen Europas hatten die Möglichkeit zu beweisen, sie wünschten sich ihre politische Einheit zu erstellen oder zu vervollständigen. Die rumänische Delegation zeigte, dass am 27 März in Chisinau(Bessarabien), am 28 Oktober in Tschernowitz (Bukowina) und am 1 Dezember 1918 in Alba Iulia (Transsylvanien), dass das Volk dieser Regionen, durch ihre Vertreter freiheitlich die Vereinigung mit Rumänien abgestimmt hatte.

Demzufolge nur in 2 Jahren sind die Rumänen vom Enthusiasmus bis zur Agonie und wieder zur Ekstase gegangen: Das Kriegsende hat die Verwirklichung eines Traumes mitgebracht, daran glaubte früher kein Mensch mehr. Und zwar die Vereinigung aller Rumänen in einem eigenen Staat. Manche sagen, das war nur ein Zufall und ein einfaches Geschenk, das die Rumänen nicht verdient hatten. Auf Schildern der Ausstellung habe ich nicht extra ausgesucht, die gefallenen Soldaten im Krieg zu stellen. Nur eine Sache möchte ich hervorheben: Für dieses „Geschenk“ haben die Rumänen 800 000 Opfer bezahlt, ein Zehntel der Bevölkerung Rumäniens.

  Die Bildung des Großrumäniens hat große Hoffnungen erzeugt. Wenn davor viele Rumänen auswandern wollten, nach dem Jahr 1918 der größte Teil von ihnen ist zurückgekehrt, in der Hoffnung ein besseres und gerechteres Rumänien aufzubauen. Leider spukten die Dämonen durch Europa (auch in Rumänien) und nur 20 Jahren später ein neuer Krieg verwüstete die ganze Welt. Am Ende des Krieges zahlte die Welt für den Frieden 72 Millionen Opfer. Die Länder Im Westen Europas haben verstanden, sie sollten kooperieren. Das war die Basis, von dem, was wir heute Europäische Union nennen. Das Osteuropa ist Gefangener im sowjetischen Lager geworden.

 In Rumänien, nach dem Jahr 1918, war der 1. Dezember mit einer Feierserie, die die Rumänen an die Opfer der Zeit des „Großen Krieges“ erinnern sollten und an die Realisierung am Ende dessen. Im ersten Teil der kommunistischen Zeit sprach man über den 1. Dezember gar nicht. Und dies nur wegen des Willens vom „größeren Bruder“ in Moskau. Laut der Ideologie war der rumänische Staat in der Zeit zwischen zwei Kriegen imperialistisch, der fremde Gebiete annektiert hatte. Später, während des Nationalkommunismus, die Ceausescu Propaganda hat fast den ganzen traditionellen Kalender der Nationalfeiertage wieder eingeführt, hervorhebend waren trotzdem der 24. Januar und der 1. Dezember. Man durfte über die Vereinigung Bessarabiens und Bukowina nicht sprechen dank dem „größeren Bruder“, so absorbierte der 1. Dezember auch die Bedeutung von 27. März und 28. Oktober. Als „Große Vereinigung“ verstanden die Kommunisten nur die Vereinigung Transsylvaniens mit Rumänien. Der Fall Transsylvanien ist in den 80r Jahren ein Grund der Auseinandersetzung mit Ungarn, das durch die Vertreter der Emigranten in Washington warf immer wieder die Frage der ungarischen Minderheit in Rumänien. Aber im Laufe der Zeit der am häufigsten Feiertag war 26. Januar, der Geburtstag des „geliebten conducator“, der sich als Symbol der Nation sah. Die wichtigen Feiertage waren weit im Hintergrund.

 Zusammenfassend können wir also heute verstehen, dass für die gegenwärtigen Rumänen, der Nationalfeiertag am 1 Dezember sich nicht auf die „Annexion“ eines Territoriums bezieht. Vielmehr symbolisiert der 1 Dezember die Stärke und die Einheit eines Volkes, welches durch viele Prüfungen im Laufe der Geschichte gegangen ist. Jedes Volk bezieht sich auf solche Ereignisse und erinnert sich gern an solche Momente, welche als „Lächeln“ der Geschichte angedeutet werden. Praktisch, für uns Rumänen ist der 1 Dezember ein Tag, wo wir uns immer wieder daran erinnern, dass wir als Volk auch in der Lage sind, etwas Großartiges zu leisten. In Anlehnung an einem berühmten Slogan, können wir auch behaupten „Yes, we can!“.

 Es ist aber leider so, dass in den letzten 30 Jahren, viele Rumänen große Enttäuschungen erleben mussten und viele von uns ihre Heimat verlassen haben. Oft scheint der Nationalfeiertag nur ein formales Ereignis zu sein. Dies sollte aber nicht so sein! Wir sollten den 1 Dezember ehren. Die meisten von uns haben Großeltern oder Urgroßeltern, die ihr Leben im 1. Weltkrieg geopfert haben, mit der Hoffnung auf ein wiedervereinigtes und gerechteres Rumänien. So wie sie damals in der Lage waren, Großartiges zu leisten und die Geschichte zu wenden, so sollten wir auch heute tun. Die Geschichte lehrt uns, dass unter der Sonne des Europäischen Union, auch wir unser Platz haben, gleichberechtig mit allen anderen europäischen Nationen. Wir haben 200 Jahre dafür gekämpft, Teil dieser großen Europäischen Union zu sein. Vor allem heute sollten wir nicht enttäuschen, denn das Ideal unserer Vorfahren ist in Erfüllung gegangen!

 

 

Darum sollten wir heute, den 1 Dezember mit Freude und Stolz feiern! Wir sollten die geschichtlichen Niederlagen nicht vergessen, viel mehr aber die großen Errungenschaften eines Vereinigtes Europa ehren!

 

 

 

Lang lebe Rumänien!
Lang lebe die Europäische Union!
„Wach auf, Rumäne!“

 

 © George Enache. Zitierung ist unter 120 Zeichen erlaubt, unter der Bedingung der Ernennung der Online-Source.

 

  

 

 

 

 

 

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