Der heilige ehrwürdige Arsenie von Prislop – den Gläubigen in Deutschland nähergebracht
Leben und Akathistos des Heiligen Bekenners Arsenie (Boca) von Prislop, übersetzt und herausgegeben von Erzpriester Dr. Alexandru Nan und Priester Julian Dettling, Verlag Epifania, Alba Iulia, 2026
Eine neue Veröffentlichung von katechetischem und liturgischem Nutzen, herausgegeben und übersetzt von Erzpriester Dr. Alexandru Nan, Protopop von Oberbayern, und Priester Julian Dettling, beide Seelsorger in der Kirchengemeinde „Buna Vestire“ (Maria Verkündigung) in München, markiert einen bedeutenden Moment für die orthodoxe religiöse Literatur, die sich an die rumänische Diaspora im deutschsprachigen Raum richtet. Die Veröffentlichung des Gebetbüchleins Leben und Akathistos des Heiligen Bekenners Arsenie (Boca) von Prislop, erschien im Epifania-Verlag in Alba Iulia (2026), ist Teil eines umfassenderen Verlagsprojekts, das darauf abzielt, zweisprachige hagiografische Texte und Gebete anzubieten, v.a. für die nächsten Generationen, die bereits außerhalb Rumäniens geboren und/oder aufgewachsen sind.
Die Veröffentlichung des zweisprachigen Akathistos erfolgt kurz nach der offiziellen Verkündung der Heiligsprechung des Heiligen Ehrwürdigen Arsenie von Prislop, eines der beliebtesten und am meisten verehrten Väter der zeitgenössischen rumänischen Orthodoxie. Die vorliegende Ausgabe, die bereits in der orthodoxen Zeitschrift „Der Schmale Pfad“ (12/2025) angekündigt wurde, strebt eine umfassendere Zusammenfassung an, die das Leben des Heiligen, den liturgischen Text und einige bibliografische Hinweise vereint.
Wie aus dem redaktionellen Nachwort hervorgeht, entspricht das Büchlein einem echten pastoralen Bedürfnis. In der Diaspora, wo die rumänische Sprache unter jungen Menschen oft nur noch schwach verbreitet ist, wird der Rückgriff auf Zweisprachigkeit unerlässlich. Aus dieser Perspektive fügt sich die Initiative nahtlos in die Bemühungen der Rumänischen Orthodoxen Metropolie für Deutschland, Mittel- und Nordeuropa ein, katechetische Ressourcen zu entwickeln, die an den westlichen Kontext angepasst sind.
Das Büchlein reiht sich in eine bereits bestehende Reihe von zweisprachigen Gebetbüchlein ein und knüpft an diese Veröffentlichungen an: Leben und Akathistos der Heiligen Parascheva (2022) sowie Leben der Heiligen Jungfrau Maria und Akathistos der Verkündigung (2024). Ebenfalls bemerkenswert ist der bisherige Gesamtbeitrag von Vater Julian Dettling zur Vermittlung der rumänischen Spiritualität im deutschen Sprachraum, denn zu den oben genannten Gebetbüchlein kommen weitere Übersetzungen hinzu: aus den katechetischen Schriften des Heiligen Cleopa Ilie (seit 2023) sowie die Übersetzung einer Anthologie der rumänischen Heiligen mit dem Titel Heilige der rumänischen Lande (2026) hinzu. Insgesamt bilden diese Initiativen ein kohärentes katechetisches Werk, das sowohl der Bewahrung der rumänischen religiösen Identität als auch der Öffnung gegenüber dem deutschen Publikum dient.
Über die liturgische Dimension hinaus fungiert diese kleine Veröffentlichung als zugängliche Einführung in das geistliche Universum des Heiligen Arsenie von Prislop. Das gezeichnete Porträt – das eines Seelsorgers, Bekenner während der kommunistischen Ära, Förderers der rumänischen Philokalie und Vorbilds für ein asketisches Leben – wird prägnant dargestellt, wobei der Schwerpunkt auf der Aktualität seiner Botschaft liegt.
Die Herausgeber bieten mehr als eine tiefgründige Darstellung der Frömmigkeit und warten mit einer klar strukturierten Darstellungsform auf. Die Bibliographie und Betonung der liturgischen wie geistlichen Dimension verleihen der Ausgabe Substanz und Stringenz. Der zweisprachige Aufbau ist klar und ausgewogen: Das Leben des Heiligen samt Akathistos werden vollständig auf Rumänisch und Deutsch wiedergegeben, was den Band zu einem nützlichen Hilfsmittel sowohl für rumänische als auch für deutschsprachige Leser macht, die sich für die Orthodoxie interessieren oder beispielsweise einen Akathistos-Gottesdienst mitverfolgen möchten. Der Wechsel der Sprachen fragmentiert das Leseerlebnis nicht, sondern suggeriert einen natürlichen Dialog zwischen zwei Kulturräumen, die sich in der Erfahrung der Diaspora begegnen.
Die deutsche Übersetzung vermeidet sowohl starren Wortlaut als auch übermäßige Anpassungen und bewahrt die für den liturgischen Text spezifische Spannung zwischen theologischer Treue und poetischer Ausdruckskraft, wodurch ein flüssiger, dem Geist des Originals getreuer Diskurs entsteht. Aus verlegerischer Sicht ist die Wahl des Verlags Epifania aus Alba Iulia ein voller Erfolg, da das Buch von einer sorgfältigen grafischen Gestaltung profitiert.
Die dritte zweisprachige Publikation, die den orthodoxen Heiligen gewidmet ist und von den Vätern Alexandru und Julian herausgegeben wurde, erweist sich als nützliches und willkommenes Instrument im pastoralen Kontext der Diaspora. Es trägt zur Festigung einer zweisprachigen orthodoxen Identität und zur Heranführung des deutschen Publikums an die rumänische Spiritualität bei und bleibt gleichzeitig offen für zukünftige Entwicklungen, die dem deutschsprachigen Publikum den Zugang zu weiteren Schätzen der karpatischen Orthodoxie erleichtern sollen.









